Waffenrecht in Deutschland für erlaubnispflichtige Waffen

Waffen

Das neue Waffengesetz ist seit 01.04.03 in Kraft.

Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten gesetzlichen Vorgaben für private Waffenbesitzer.



Erwerb von Waffen und Munition durch Jäger

Jagdwaffen 1) mit gültigen Jagdschein
Langwaffenmunition 2)
Kurzwaffen 4) 

WBK-Voreintrag

Kurzwaffenmunition

WBK-Eintrag

Alle Waffen müssen innerhalb von zwei Wochen nach Kauf bei der zuständigen Behörde angemeldet werden.

1) "Jagdwaffen" sind alle Waffen, die nicht nach dem zum Zeitpunkt des Waffenerwerbs gültigen Bundesjagdgesetz verboten sind.
2) nach dem BundesJagdGesetz erlaubte Munition
4) Der Voreintrag berechtigt zum Erwerb binnen eines Jahres

Kontingent
Ohne Bedürfnisnachweis können bis zu zwei Kurzwaffen beantragt werden und unbegrenzt Langwaffen.

Jagdausbildung
Dauerhafter Erwerb ist erst ab 18 Jahren möglich. Jugend-Jagdscheininhaber dürfen zur Ausübung der Jagd oder während des Trainings Waffen besitzen, führen und zum Revier hin- und zurück transportieren.
Jungjäger dürfen nur mit Einverständnis des Ausbilders Waffen erwerben. Die Berechtigungsbescheinigung muß während der Ausbildung mit sich geführt werden. Minderjährige Jungjäger benötigen zudem das Einverständnis der Sorgeberechtigten.




Erwerb von Waffen und Munition durch Sportschützen

Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen

Sportschützen-WBK 3)

Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen
einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronen-Munition
mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussion)

alle anderen Waffen

Grüne WBK mit Voreintrag 4)

Munition für WBK-Waffen

WBK

Munition für andere Kaliber

Munitionserwerbschein

Alle Waffen müssen innerhalb von zwei Wochen nach Kauf bei der zuständigen Behörde angemeldet werden.

3) Seit dem 01.04.2003 kann man seine "alte" Gelbe WBK auf o. g. Waffenarten erweitern lassen. Sportschützen, die keine "alte" Gelbe WBK haben, können nur mit Bedürfnisnachweis eine Gelbe WBK beantragen.
4) Der Voreintrag berechtigt zum Erwerb binnen eines Jahres





Entleihen, Transportieren, Führen und Schießen

Leihe

Berechtigte Besitzer von erlaubnispflichtigen Waffen dürfen diese "vorübergehend" 5) nur an Berechtigte mit einem Bedürfnis verleihen:

Sportwaffen können an Sportschützen, die eine WBK besitzen, zum Training oder Wettkampf verliehen werden.

Jagdlangwaffen können an Jagdscheininhaber für die Jagd verliehen werden. Jagdkurzwaffen können an Jagdscheininhaber, die zudem eine WBK besitzen, für die Jagd verliehen werden. In der WBK muss keine Kurzwaffe eingetragen sein.

5) Nach einem Monat muß die Waffe entweder zurückgegeben oder in die WBK des Entleihers eingetragen werden.

Zum Zweck der sicheren Verwahrung können Waffen "vorübergend" verliehen werden. Es gibt keine gesetzliche Maximaldauer, jedoch Urteile, die eine Zeit von mehr als einem Jahr als vorübergehend bezeichnen.

Oben gesagtes gilt auch für die entsprechende Munition.

Transport

Erlaubnispflichtige Waffen und Munition dürfen im "nichtgewerblichen" Bereich, d.h. Familienmitglieder, Bekannte etc., nur noch mit waffenrechtlicher Erlaubnis (WBK-/Jagdscheinbesitz) transportiert werden.

Vereinsmitglieder dürfen jedoch auf Weisung des Vereins ohne WBK Waffen vom Vereinsheim zum Wettkampfsort hin und zurück transportieren.

Der Transport sollte in einem verschlossenen Behältnis erfolgen.

Oben gesagtes gilt auch für die entsprechende Munition.

Führen

Generell benötigt man zum Führen (schussbereites Transportieren) von Schusswaffen einen Waffenschein.

Folgende Ausnahmen gibt es jedoch:

  • Das Führen von Freien Waffen ist innerhalb des eigenen befriedeten Besitztums ohne Erlaubnis gestattet.
  • Signalwaffen dürfen ohne Erlaubnis (Kleiner Waffenschein) beim Bergsteigen, als verantwortlicher Führer eines Wasserfahrzeugs oder bei Not- und Rettungsübungen geführt werden.
  • Schreckschuss- und Signalwaffen dürfen bei Sportveranstaltungen zur Abgabe von Startschüssen ebenfalls ohne Erlaubnis geführt werden.
  • Jäger dürfen ihre Jagdwaffen ab der Reviergrenzen geladen führen.

Schießen

Jedes Schießen außerhalb von Schießständen ist erlaubnispflichtig.

Ausnahmen

  • im Rahmen der berechtigten Jagdausübung
  • Notwehr, Notstand
  • mit Signalwaffen bei Not- und Rettungsübungen
  • mit Schußwaffen aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann
  • durch Mitwirkende an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtende Vorführungen,
  • zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichjen Betrieben
  • im befriedeten Besitztum , wenn der Inhabers des Hausrechtes dem zustimmt, die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können und mit Waffen geschossen wird, deren Geschoßenergie nicht über 7,5 Joule ("F im Fünfeck") beträgt (z.B. Luftdruck- und CO²-Waffen im eigenen Keller mit Kugelfang)
  • mit Schußwaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann,
  • mit Schreckschuss- oder Signalwaffen zur Abgabe von Start- oder Beendigungszeichen im Auftrag der Veranstalter bei Sportveranstaltungen, wenn optische oder akustische Signalgebung erforderlich ist.



Waffenaufbewahrung

für erlaubnispflichtige Waffen

Mindestanforderung lt. Bundesratsbeschluss vom 11.07.03, die jedoch noch nicht amtlich sind:

Schrank A
(VDMA 24992)

  • bis zu 10 Langwaffen ohne passende Munition

Schrank A mit Innenfach B

  • A: bis zu 10 Langwaffen mit Kurzwaffenmunition
  • B-Innenfach: bis zu 5 Kurzwaffen mit Langwaffenmunition

Schrank B
(VDMA 24992)

  • unbegrenzt Langwaffen
  • bis zu 5 Kurzwaffen, wenn Gewicht unter 200 kg
  • bis zu 10 Kurzwaffen, wenn Gewicht über 200 kg
  • Munition in einem abschließbaren Innenfach

Schrank 0
(DIN/EN 1143-1)

Unterschied zum B-Schrank:

  • Munition braucht nicht in einem abschließbaren Innenfach aufbewahrt werden

Mehrere Waffenbesitzer in einem Haushalt dürfen ihre Waffen in einem oder mehreren gemeinsamen Behältnissen aufbewahren, auch wenn sie keine gemeinsame WBK haben.

Auf Reisen (Jagdreisen, Wettkämpfen, Sammlertreffen) müssen Waffen, soweit die "normalen" gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt werden können, unter "angemessener Aufsicht" verwahrt werden. Diese Erleichterung wird sich erst im Laufe der Zeit per Gerichtsurteile näher definieren lassen.

 

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